Politik
Zürichs neue Strategie für günstigen Wohnraum soll den lokalen Mietdruck mildern
Der aktualisierte Plan setzt Ziele, die über die nationalen Vorgaben hinausgehen: Der Bestand an günstigem Wohnraum soll innerhalb von fünf Jahren um 25 Prozent wachsen, zur Entlastung von Mietenden und einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen.
Wie wir berichtet haben

Der Stadtrat und die Stadtregierung Zürich haben eine überarbeitete Strategie für leistbaren Wohnraum verabschiedet, die den steigenden Mietkosten und dem Wohnungsmangel entgegenwirken soll, von dem viele Bewohnerinnen und Bewohner betroffen sind. Die Strategie zielt auf den Bau und den Erhalt von günstigem Wohnraum ab und soll den entsprechenden Bestand innerhalb der nächsten fünf Jahre um 25 Prozent erhöhen. Die Massnahme kommt in erster Linie einkommensschwachen und mittleren Haushalten zugute, die mit stetig steigenden Marktmieten konfrontiert sind.
Dieser politische Kurswechsel erfolgt vor dem Hintergrund des wachsenden Drucks auf den Zürcher Wohnungsmarkt, wo die Nachfrage das Angebot übersteigt und die Mieten in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Schweizweit kämpfen Städte mit Problemen bei der Wohnbezahlbarkeit, getrieben durch die Landflucht in Richtung städtischer Zentren und begrenzte Baumöglichkeiten in Grossstädten. Mit der aktualisierten Strategie reagiert Zürich gezielt auf die lokalen Gegebenheiten, darunter die Situation vulnerabler Bevölkerungsgruppen sowie die Integration von Nachhaltigkeitsstandards.
Auf lokale Wohnbedürfnisse eingehen
Für die Zürcherinnen und Zürcher bedeutet die neue Politik eine erwartete Ausweitung des Angebots an Mietwohnungen unterhalb der Marktmiete, eine Massnahme, die zu mehr Wohnstabilität beitragen soll. Die Stadt plant, mit Wohnbaugenossenschaften und privaten Investoren zusammenzuarbeiten und dabei Subventionen sowie Anreize bei der Nutzungsplanung einzusetzen, um günstige Bauprojekte zu fördern. Lokale Interessenvertreter weisen darauf hin, dass dies die durchschnittliche finanzielle Belastung der Mietenden senken könnte, die laut dem Statistischen Amt der Stadt Zürich derzeit rund 35 Prozent ihres Einkommens für Wohnen ausgeben.
Die Strategie sieht zudem Massnahmen zur Verbesserung des bestehenden günstigen Wohnungsbestands sowie die Einführung energetischer Sanierungen vor, durch die die Nebenkosten für Mieterinnen und Mieter gesenkt werden sollen. In der Praxis könnten damit die Wohnverhältnisse älterer Menschen in älteren Gebäuden verbessert werden, indem gleichzeitig finanzielle und wohnkomfortbezogene Anliegen angegangen werden.
Auswirkungen der Politik und nächste Schritte
Im Stadtbudget 2026 sind 60 Millionen Franken für Massnahmen im Bereich des leistbaren Wohnens vorgesehen, eine deutliche Erhöhung gegenüber den 40 Millionen Franken, die 2025 bereitgestellt wurden. Mit diesen Mitteln sollen bis 2029 rund 1'200 neue günstige Wohnungen gebaut und 800 ältere Liegenschaften saniert werden. Das städtische Amt für Stadtentwicklung schätzt, dass die Wartelisten für subventionierten Wohnraum, auf denen derzeit über 10'000 Personen stehen, durch diese Bemühungen innerhalb von drei Jahren um 15 Prozent verkürzt werden könnten.
Nach der Genehmigung durch den Gemeinderat beginnen die Umsetzungsphasen noch in diesem Monat, zunächst mit aktualisierten Zonenvorschriften, die günstige Wohnbauprojekte beschleunigen sollen. Die Stadtplaner koordinieren sich mit den Nachbarkantonen und Bundesbehörden, um Finanzierung und Konformitätsstandards aufeinander abzustimmen. Politikanalystinnen und -analysten heben hervor, dass Zürichs Ansatz die nationalen Ziele im Bereich leistbarer Wohnraum um 10 Prozent übertrifft und die Stadt damit zu einer Vorreiterin unter den Schweizer Gemeinden im Kampf gegen städtische Wohnungsprobleme macht.
Die Stadtbevölkerung kann mit regelmässigen Berichten der Stadtverwaltung über Fortschritte und Ergebnisse rechnen; zudem sind Mitwirkungsverfahren geplant, um den laufenden Bedarf und allfällige politische Anpassungen zu evaluieren. Die Stadtverwaltung erklärt, dass die Strategie jährlich überprüft wird, um flexibel auf Schwankungen im Wohnungsmarkt und demografische Veränderungen reagieren zu können.