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Bildschirmzeit und Schlaf: Was die Forschung wirklich zeigt
Studien belegen einen direkten Zusammenhang zwischen abendlicher Gerätenutzung und kürzeren Schlafzyklen bei Erwachsenen in Zürich.
Wie wir berichtet haben
Eine im vergangenen Monat veröffentlichte Analyse der Universität Zürich hat ergeben, dass Erwachsene, die ihr Smartphone oder Tablet nach 22 Uhr noch aktiv nutzten, pro Nacht durchschnittlich 42 Minuten weniger Gesamtschlaf hatten als jene, die ihre Geräte früher weglegten.
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, da die Schweizer Gesundheitsbehörden vermehrt Berichte über Erschöpfung verzeichnen, die mit dem Homeoffice zusammenhängen, einem Arbeitsmodell, das zunehmend ins Schlafzimmer übergreift. Die langen Sommertage in Zürich verkürzen die abendliche Entspannungsphase ohnehin schon, und viele Einwohnerinnen und Einwohner verlängern dieses Zeitfenster zusätzlich, indem sie in der Tram oder auf Bänken entlang der Seepromenade durch ihr Handy scrollen.
Zürcher Alltagsgewohnheiten unter der Lupe
Wer den Uetliberg vor Einbruch der Dunkelheit besteigt und danach in seine Wohnung in Wiedikon zurückkehrt, schaut dabei oft noch schnell seine Nachrichten nach. Das städtische Fitnessprogramm am Bürkliplatz bietet zwar kostenlose Abend-Yogastunden an, die um 20 Uhr enden, doch viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten, dass sie auf dem kurzen Heimweg bereits wieder ihre geschäftlichen E-Mails abrufen. Im Schlaflabor des Universitätsspitals Zürich verzeichnet das Personal einen stetigen Anstieg an Überweisungen aus dem Kreis 1, wo enge Gassen und dicht bebaute Wohnblöcke es schwer machen, dem blauen Bildschirmlicht in der Nacht zu entkommen.
Die Forschenden begleiteten 1.200 Teilnehmende im Alter zwischen 25 und 55 Jahren über acht Wochen hinweg mittels Wearables im Jahr 2025. Wer die Bildschirmnutzung ab 21 Uhr reduzierte, gewann im Schnitt 19 Minuten Tiefschlaf hinzu, die grössten Fortschritte verzeichneten dabei Menschen, die im Umkreis von 500 Metern um den Zürichsee wohnen und die Verhaltensänderung mit einem kurzen Abendspaziergang am See verbanden.
Praktische Massnahmen, die zum Zürcher Alltag passen
Ein einfacher erster Schritt ist, die Geräte ab 21 Uhr auf Graustufen umzustellen und das Ladekabel ausserhalb des Schlafzimmers zu lassen, kostenlos und sofort umsetzbar. Die Universität Zürich bietet ein kostenloses vierwöchiges Online-Modul zur Schlafhygiene an, das auch lokale Beispiele enthält, etwa den Vorschlag, das späte Scrollen in der Tram durch eine 15-minütige Runde um den Sechseläutenplatz zu ersetzen. Wer persönliche Unterstützung sucht, kann für CHF 45 einen Termin in der ambulanten Sprechstunde des Spitals an der Rämistrasse buchen, wo die Fachleute individuelle Gerätenutzungsprotokolle auswerten statt allgemeine Ratschläge zu erteilen.
Erste Ergebnisse derselben Kohorte zeigen, dass konsequente Nutzungsgrenzen bereits innerhalb von zehn Tagen messbare Veränderungen bewirken, eine konkrete Möglichkeit für Zürcher Berufstätige, ihre Erholung vor der nächsten Bergtour oder dem nächsten Lauf am See zu sichern.